Heimatmuseum-Biebesheim


Aktuelles


20.02.2026, 20:00 Uhr

Kaiser Karl V. (1500 – 1558) Kaiser eines Weltreichs

Referent: Dr. Markus Reinbold Leiter des Willigis-Gymnasiums Mainz

Der Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim setzt mit diesem Vortrag seine chronologische „Kaiser-Reihe“ wieder mit dem Vortrag eines exzellenten Wissenschaftlers fort.

Der komplexe Charakter Karls V. spiegelt sich in dem weit verzweigten Reich, das er zu regieren hatte. Seine Wahl 1519 hat er dem Geld der Fugger und Welser aus Augsburg zu verdanken. Die Dauerfeindschaft mit Frankreich - das das zerklüftete Reich Karls in Europa trennt - läuft immer wieder auf ein Gleichgewicht hinaus. Er ist ein Reisekaiser, in dessen Reich die Sonne nie untergeht. Deutschland, Spanien, Italien, die Niederlande, das feindliche Frankreich - überall hält er sich auf, nur nicht in Amerika. Die amerikanischen Besitzungen schaffen indes das erste Weltreich eines europäischen Monarchen und mit ihm lukrative Einnahmequellen, um die zahlreichen Kriege zu finanzieren. Nicht nur die Franzosen, auch die Türken versuchen im Mittelmeer die habsburgische Universalmonarchie zu verhindern. Im Inneren macht ihm die Reformation, von Luther ausgelöst, zu schaffen. Der Augsburger Religionsfrieden hat einen Modus Vivendi zwischen Katholiken und Protestanten zur Folge. Der Versuch, England per Heirat seines Sohnes Philipp II. mit Maria Tudor für den Katholizismus zu gewinnen, scheitert unglücklich. 1556 dankt Karl ab und zieht sich nach Yuste zurück. Er hat seinem Sohn Philipp II. das Fundament für eine jahrzehntelange Vorherrschaft Spaniens gelegt, gemäß dem Motto „Plus ultra“, das die Säulen des Herakles im spanischen Wappen umrankt.

Unser Referent:
Lebenslauf Dr. Markus Reinbold

* 17. August 1973 in Homberg/Efze
• Grundschule Gombeth [1980-1984]
• Gustav-Heinemann-Schule Borken [1984-1990]
• König-Heinrich-Schule Fritzlar [1990-1993] Studium
• Germanistik/Geschichte an der Philipps-Universität Marburg [1994-2000]
• Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien [Mai 2000] Promotion
• Stipendium des spanischen Außenministeriums (XLVII Curso de la Escuela de Verano Española, Universidad Complutense, Madrid) [3.-31. Juli 2000]
• Stipendiat der Graduiertenförderung des Landes Hessen; u.a. Forschungsaufenthalte in Paris, Besançon, Madrid und Valladolid [2001-2003]
• Promotion im Fach Neuere Geschichte in Marburg bei Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Malettke mit einer Arbeit über „Die frühe Frankreichpolitik Philipps II. von Spanien 1559–1571“ [Dezember 2003]
• Referendariat am Studienseminar Fulda (Note 1,7) [2003-2005]
• Lehrer für Deutsch und Geschichte am Rabanus-Maurus-Gymnasium, Mainz [2005-2022]
• 2005 Studienrat z.A.; 2007 Studienrat; 2012 Oberstudienrat; 2006–2015 Mitglied im Schulausschuss; 2009–2013 Mitglied im Örtlichen Personalrat der Schule
• Lehrauftrag Fachdidaktik Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz [2006-2012] Referendarausbilder im Studienseminar
• Lehrbeauftragter Fachleiter für Geschichte, Studienseminar Mainz [2009-2015]
• Beförderung zum Studiendirektor [2015]
• Hauptamtlicher Fachleiter für Geschichte, Studienseminar Mainz [2015-2022]
• Schulleiter des Willigis-Gymnasiums Mainz [2022; Oberstudiendirektor i.K. 2023] Ehrenamtliche Tätigkeiten
• Stellv. Kreisvorsitzender der CDU Mainz [2013-2021]
• Mitglied im Bundesfachausschuss Bildung, Forschung, Innovation der CDU Deutschlands [2014-2021]
• Mitglied des Mainzer Stadtrats [2014-2022]
• Mitglied im Aufsichtsrat der Staatstheater Mainz GmbH [2017-2022]
• Mitglied des Rotary Clubs Mainz [seit 2018]
• Präsident des RC Mainz [2021/22] Publikationen
• Jenseits der Konfession. Die frühe Frankreichpolitik Philipps II. von Spanien 1559–1571, Ostfildern (Thorbecke) 2005.
• Philipp II. von Spanien. Machtpolitik und Glaubenskampf, Gleichen/Zürich (Muster-Schmidt) 2009.
• Buchners Kolleg Geschichte, Ausgabe Rheinland-Pfalz. Lehrwerk für die Oberstufe(Herausgeber und Autor), Bamberg (C.C. Buchner) 2017.
• Buchners Kolleg Geschichte, Oberstufe Baden-Württemberg, 2 Bände (Herausgeber und Autor), Bamberg (C.C. Buchner) 2021/2022.
• Buchners Kolleg Geschichte, Neue Ausgabe Rheinland-Pfalz (Herausgeber und Autor), Bamberg (C.C. Buchner) 2023.
• Beiträge als Autor zu Mittel- und Oberstufenlehrwerken des Buchner Verlags in Geschichte für Berlin/Brandenburg, Niedersachsen, Baden-Württemberg.
• Unterrichts-Materialien für den Stark Verlag zum alliierten Bombenkrieg 1941-1945 (2011) und zum Zeitalter der Renaissance (2016) sowie zahlreiche Materialien für die Stiftung Lesen (Mainz) zu aktuellen Kinofilmen und mit Kooperationspartnern der Stiftung (u.a. Universal Pictures, Netflix, Deutsche Post, FAZ). Fremdsprachen
• Englisch, Spanisch (Diploma Básico), Französisch, Latein





Neue Medienstation in der Rheinausstellung

In der Rheinausstellung des Heimatmuseums Biebesheim wurde eine neue Medienstation zum Rheinwasserentnahmewerk eingerichtet.

In einer Vitrine, die mit Informationen zu dem Werk gestaltet wurde, kann der Besucher an einer Medienstation die Aufbereitung des Rheinwassers in nahezu Trinkwasserqualität verfolgen.

Der Wasserverband Hessisches Ried wurde 1979 nach langwierigen Verhandlungen gegründet. Erste Überlegungen wurden 1976, nachdem es damals extrem trocken gewesen war, gestellt. 1981 erfolgte der Spatenstich zur Verlegung des ersten Rohres 1983 wurde mit dem Bau des Rheinwasseraufbereitungswerkes begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte erst 1985. Das Werk wurde 1989 in Betrieb gesetzt.

Der Wasserverband produziert in seiner Rheinwasseraufbereitungsanlage in Biebesheim am Rhein jährlich bis 43 Mio. Kubikmeter Brauchwasser für die Grundwasseranreicherung und die landwirtschaftliche Beregnung im mittleren Hessischen Ried.

Das auf nahezu Trinkwasserqualität aufbereiteten Rheinwasser wird zur Beregnung der Felder und zur Grundwasserhaltung in Sickerschlitzgräben infiltriert. Diese Wassergewinnung ist lebenswichtig für das Ballungsgebiet Rhein-Main. Gesundheitliche Bedenken wegen der Verwendung des gefilterten Rheinwassers sieht der Mediziner Prof. Dr. Borneff als psychologisches Problem und nicht als gesundheitliches.

Mit dieser letzten Vitrine ist die Rheinausstellung nun nahezu komplett, bis auf eine noch zu installierende Webcam am Rhein, deren Bilder auf den Großbildmonitor übertragen werden soll. Leider wurde bisher seitens der Gemeinde keine entsprechende Genehmigung zur Montage erteilt.

Aber mit dieser siebten Vitrine in der Rheinausstellung wird das Thema Rhein vollumfänglich dargestellt.







Ortsgeschichtliche Ausstellung nun komplett


Nahezu ein Jahr nach der Wiedereröffnung des Heimatmuseum Biebesheim ist jetzt auch die ortsgeschichtliche Ausstellung komplett. Es bedurfte leider mehrerer Anträge an den Gemeindevorstand bis die Genehmigung erteilt wurde die im Eingangsbereich des Museums eingebaute Küche, während der Öffnungszeiten, durch einen Rollo mit Abbildungen der Bürgermeister von Biebesheim am Rhein verdecken zu dürfen. Ab dem kommenden Sonntag kann die Abteilung Ortsgeschichte nun in ihrer Gesamtheit besucht werden. Auf dem Rollo ist auch der nachstehende Text zur „Bürgermeistergeschichte“ zu lesen:

Der Schultheiß, auch Dorfschulze genannt, war Beamter des Landesherrn und zog die fälligen Abgaben von den Untertanen ein. Er wurde von der Obrigkeit ernannt. Mit Einführung der modernen Kommunalverwaltung unter Großherzog Ludwig I. von Hessen und bei Rhein entstand der gewählte Ortsvorstand aus Bürgermeister, Beigeordneten und Gemeinderat. Aus drei gewählten Männern suchte die jeweilige Ortsobrigkeit den Bürgermeister aus. 1875 wurde die Bürgermeisterbestätigung durch den Kreisrat eingeführt. Dies galt bis zum Ende des Großherzogtums 1919. In der Weimarer Republik wählte die von den Bürgern durch Wahl bestimmte Gemeindevertretung den Bürgermeister. Wie jegliche freie Wahl war dies in der Zeit des Nationalsozialismus unterbunden. Im Zuge der Demokratisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten die Gemeindeparlamente das Recht zurück, den Bürgermeister zu wählen. 1992 wurde die Direktwahl der Bürgermeister eingeführt.






„Objekt des Monats“ im Heimatmuseum Biebesheim


Das Heimatmuseum Biebesheim zeigt jeden Monat ein neues Objekt aus seinen Beständen im Magazin.

Im Januar 2026 ist dies eine Böllerkanone (auch Salutkanone genannt)

Die Geschichte des Böllerns beginnt mit der Erfindung des Schwarzpulvers in China (ca.12. Jh.). Nach Europa gelangte es im 14. Jh. und entwickelte sich von militärischen Zwecken und höfischen Festen zu einem weit verbreiteten Volksbrauch, der ursprünglich böse Geister vertreiben sollte und das auch bei bestimmten Anlässen eingesetzt wurde.
Die Gemeinde Biebesheim besaß zuletzt 3 dieser Böller. Zwei davon wurden letztmals am 18.08.1907 abgefeuert. Dabei verlor der später „Schütz Hammann“ genannte Schütze eine Hand. Dies geschah bei der Einweihung des Kriegerdenkmals, als Erinnerung an den Krieg 1870/71 von Deutschland gegen Frankreich, an der Weed, heute Rheinstraße Ecke Bahnhofstraße. Dieses Denkmal wurde von dem Architekten und Bildhauer Karl Roth aus Wiesbaden entworfen und der Divisionspfarrer Georg Adam Büttel, ein Sohn des ehemaligen Bürgermeisters (1869-1871) Johann Georg Büttel, hielt die Ansprache. Es handelt sich um einen sogenannten Vorderlader.
Dieses Objekt kann im Januar sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr betrachtet werden.






Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum hat sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr, bei freiem Eintritt geöffnet ist.

Sondertermine für Gruppenbesuche können unter museumbiebesheim@t-online.de vereinbart werden.


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